Mini-Pausen – Warum sie so wichtig sind

Warum sie für Schreibtisch-Helden so wichtig sind

 

Stundenlang verharrt der Blick von Markus W. auf dem Bildschirm. Nur seine Finger und die Hand an der Maus zeigen, dass sich hinter der regungslosen
Stirn ein Feuerwerk der Gedanken abspielt. Höchste Konzentration lässt ihn die Zeit vergessen. Ein Vormittag vergeht in diesem Arbeitsmodus wie im Flug.

Taucht Markus W. aus dem Arbeits-Tunnel
auf, bemerkt er zuerst seine Nackenmuskulatur. Wie die heute wieder verspannt ist. Die leichten Kopfschmerzen ignoriert er. Jetzt ist erstmal Mittagspause. Eine Stunde steht ihm eigentlich zu. Allerdings muss er seine Präsentation vor dem Meeting um 15.00 Uhr fertigbekommen. Ein kurzer Gang zur Kantine für ein Brötchen To Go muss reichen. Schnell noch einen Kaffee dazu und schon geht es in die zweite Runde des Tages.

So wie Markus geht es zahlreichen Mitarbeitenden im Büro. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin lässt mehr als jeder vierte Beschäftigte seine Pause häufig ausfallen. Das ist auf Dauer ungesund und zudem überhaupt nicht effizient.

Warum? Weil die Konzentrationsfähigkeit unseres Gehirns nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt ist. Studien belegen: Nach etwa 50 Minuten am Bildschirm nimmt die Arbeitsleistung ab. Daher gilt gerade für die Arbeit am Monitor: Pausen sind leistungsfördernd. Alle 60 Minuten reicht eine Pause von wenigen Minuten, um Augen, Gehirn und Muskulatur zu entspannen. Lässt die tägliche Arbeitsbelastung keine Pausen zu, rächt sich das langfristig: Pausenschwänzer leiden häufiger unter psychosomatischen Beschwerden wie zum Beispiel Schlafstörungen. Außerdem ist langes Sitzen Gift für unseren Rücken. Jeder, der viel am Computer arbeitet, weiß das. Die Frage ist daher: Wie können Mini-Pausen konsequent in den Arbeitsalltag eingebaut werden?

Das wiederum ist eine Frage der Unternehmenskultur. Hat der Chef kein Verständnis, da er sich selbst keine Pausen gönnt, haben es die Mitarbeitenden schwer. Denn wer möchte schon beim Schulterkreisen oder einer Atemübung „erwischt“ werden? Das sieht ja aus, als habe man nichts zu tun. Idealerweise werden Mini-Pausen daher vom Management initiiert und vorgelebt. Ein Wunschtraum? Nicht unbedingt. Führungsetagen moderner Unternehmen sind buchstäblich in Bewegung. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel fordern Initiativen, um die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten und als Arbeitgeber für potenzielle Bewerber attraktiv zu sein. Mini-Pausen tragen dazu bei.

Sind Mini-Pausen für Ihr Unternehmen noch ferne Utopie, kommen Sie mit Ihrem Chef ins Gespräch. Sicher erhalten Sie Unterstützung durch Ihren Betriebsrat. Finden Sie gemeinsam Lösungen für eine effektive Pausenregelung. Schließlich
kommen Mini-Pausen allen zugute.

 

5 Fakten zur Pause, die Sie wissen sollten

  1. Eine Pause ist ein körperlicher und geistiger Abstand von der Arbeit.
  2. Eine Pause bietet den besten Erholungswert, wenn der Arbeitnehmer sie zeitlich und inhaltlich selbst gestalten kann.
  3. Die Erholung ist in der ersten Minute der Pause am größten.
  4. Aktive Pausen (mit Bewegungsübungen) sind erholsamer als passive Pausen (sitzenbleiben).
  5. Mehrere Mini-Pausen haben einen höheren Erholungswert als eine große.